MADEIRA (POR)
Noch bevor wir unser erstes Reiseziel - die portugiesische Insel Madeira - erreichten, mussten wir am Vormittag an einer Seenotrettungsübung teilnehmen. Diese ist laut internationalen Seerecht für alle Passagiere - in Rettungswesten gehüllt - verpflichtend, und wird mit einem Signal von 7 kurzen und einem langen Ton in Folge eingeleitet.
Danach hätte uns beinahe ein etwas stärkerer Wind verbunden mit höherem Seegang die pünktliche Einfahrt in den Liegeplatz Molhe da Pontinha in Funchal verdorben. Zuerst vertröstete uns der Kapitän auf bessere Windverhältnisse in den späten Nachmittagsstunden, sah dann aber doch die Möglichkeit sofort und damit zeitgerecht den Hafen anzulaufen.
Auf Madeira hatten wir die längste Liegezeit während unserer einwöchigen Kreuzfahrt, von Sonntag 13 Uhr bis Montag 17 Uhr, also zwei Mal die Möglichkeit das Festland zu erkunden.
Hier, auf der Hauptinsel des portugiesischen Archipels, 991 Kilometer südwestlich von Portugals Hauptstadt Lissabon, hatten wir praktisch Heimvorteil. Bereits im Oktober 2005 verbrachten wir einen wunderschönen einwöchigen Urlaub auf der als Blumenparadies allseits bekannten Insel. Madeira ist lediglich 741 km2, groß, 56 Kilometer lang, 23 Kilometer breit und wird von ca. 280.000 Menschen bewohnt.
Gleich am ersten Tag an Land nutzten wir unsere Ortskenntnis und erkundeten die Inselhauptstadt Funchal auf eigene Faust, wobei am Sonntag Nachmittag die Straßen der Stadt wie ausgestorben wirkten, lediglich Touristen der AIDAbella und dem noch größeren Kreuzfahrtschiff MS Fantasia brachten etwas Leben in die ca. 110.000 Einwohner zählende Stadt.
Für den Montag hatten wir uns bereits zu Hause ein Programm zurechtgelegt. Am Vormittag ging es mit der Gondelbahn zu einem Vorort Funchals, nach Monte. In der Wallfahrtskirche Nossa Senohra do Monte (die Jungfrau von Monte ist seit 1914 die Schutzheilige von Funchal) aus dem 18. Jahrhundert ist das Grabmal des letzten österreichisch-ungarischen Kaisers Karl von Habsburg. Eine weitere Besonderheit von Monte ist der Beginn der Schlittenfahrt, bei der man mittels Korbschlitten von zwei "Carreiros" auf den Straßen bergab Richtung Funchal manövriert wird. Dieses Vergnügen genossen wir bereits 2005 und verzichteten deshalb darauf.
Hier in Monte erlebten wir eine gehörige Überraschung. Jene einheimische Reiseleiterin, die uns 2005 eine ganze Woche lang auf der Insel begleitete, stand plötzlich mit einer Reisegruppe nur wenige Meter von uns entfernt. Also stimmt es doch, wenn man sagt: "Man sieht sich immer ein zweites Mal im Leben!"
Anschließend ging es mit einer zweiten Gondelbahn etwas bergab zum Jardim Botanico, dem Botanischen Garten von Funchal, der 1960 gegründet wurde. Etwa 300 Meter über dem Meeresspiegel gelegen, besticht die Gartenanlage durch seine Vielfalt an Pflanzen und Blumen sowie den einen oder anderen Pfau. Besonders beeindruckend ist der grandiose Ausblick auf Funchal mit seinem Hafen. Im Vergleich zu unserem letzten Besuch hatten wir diesmal weit mehr Zeit und konnten so das schöne Wetter und die herrliche Naturkulisse genießen.
Am Nachmittag ging es dann mit beiden Gondelbahnen wieder retour Richtung Funchal - mit kurzem Besuch des Mercado dos Lavradores, der Markthalle, und anschließendem Spaziergang zurück zum Schiff.
Um 17 Uhr hieß es schließlich "Alle Mann an Bord"!
© 2007-2012 Schuh-Design. Alle Rechte vorbehalten.