NIZZA (FRA) & MONACO

 

Mittwoch gegen 7 Uhr erreichten wir unseren Reedeplatz Quai Max Laubeuf in Cannes.
Eine dreiviertel Stunde später begann unser vom Schiff aus gebuchter Ausflug, der 8 Stunden dauern sollte, € 85,-/Person kostete und die Bezeichnung "Cote d'Azur: Nizza, Monaco & Monte Carlo" trug.
Aus mehreren Gründen sollte es ein besonderer Ausflug werden. Es begann bereits während der Morgendämmerung mit dem Tendern an Land, was nichts anderes bedeutete, als das unser Schiff wegen des flachen Hafenbeckens nicht direkt im Hafen festmachen konnte, sondern auf sogenannter Reede etwa 300 m weiter im offenen Meer lag, und wir mit den Rettungsbooten an Land übersetzen mussten. Dies ist ein Erlebnis der besonderen Art, passen doch in so ein kleines Ding tatsächlich 90-120 Personen.
Am Ende unseres Ganztagesausflugs erlebten wir dann eine gehörige Verspätung. Um 15:45 Uhr sollte der Ausflug enden, doch um diese Zeit starteten wir erst unsere Bus-Rückfahrt von Monaco Richtung Cannes. Gegen 17:00 Uhr, als die AIDAvita bereits ablegen sollte, erreichten wir erst den Hafen der Filmstadt. Mit dem letzten Tenderboot, als allerletzte Gruppe, steuerten wir schließlich auf den Ozeanriesen zu, so dass der Kapitän mit etwas Verspätung letztendlich doch noch "Alle Mann an Bord!" verkünden und den Anker lichten konnte.

 

 

NIZZA


Etwa eine Fahrstunde von Cannes entfernt, erreichten wir schließlich mit unserem Bus den ersten Tagesbesichtigungspunkt - die mondäne Stadt Nizza. Die Hauptstadt der Cote d'Azur erstreckt sich längs der herrlichen Baie des Anges. Dank ihrer günstigen geographischen und klimatischen Lage war diese Gegend seit frühesten Zeiten besiedelt. Zuerst ließ sich hier der Volksstamm der Phönizier nieder, später Liguren, Griechen und Römer. Etwa im 4. Jahrhundert konvertierte Nizza zum Christentum. Während seiner ereignisreichen Geschichte unterstand es provinzalischen, savoyischen und italienischen Machthabern, bis es 1860 endgültig in den französischen Staat integriert wurde. Nizza ist heute eine der renommiertesten Städte Frankreichs, die das ganze Jahr über Tausende von Besuchern aus aller Welt in ihren Bann zieht. Unser kurzer Bummel durch die Altstadt zum Blumenmarkt und an die Promenade des Anglais dauerte lediglich eine Stunde und verschaffte uns nur einen kleinen Einblick von Nizza.

 

 

MONACO


Von Nizza aus erreichten wir über die mittlere Küstenstraße gegen 11 Uhr Vormittags den Zwergstaat Monaco.
Das Gebiet des heutigen Fürstentums Monaco war - wie die in der Nähe des Museums für Ozeanographie entdeckten Felsenhöhlen beweisen - bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Später, so glaubt man, ließen sich die Phönizier hier nieder. Im frühen Mittelalter von den brandschatzenden Horden der Goten, Langobarden und Sarazenen heimgesucht, fiel Monaco 1162 als Lehen an die Seerepublik Genua, die hier zum Zeichen ihrer unverbrüchlichen Herrschaft 1215 eine trutzige Festung errichten ließ. Charles I. gelang es schließlich im 14. Jahrhundert sich als Herr über Monaco zu behaupten und so die Grimaldi-Dynastie zu etablieren. Nach einer wechselvollen Geschichte unter Charles' Nachfolgern unterzeichnete Honore II. mit Ludwig XIII. den Vertrag von Peronne, der Monaco unter französisches Protektorat stellte. Kurz nach der französischen Revolution schloss sich Monaco 1792 Frankreich an. Als Charles III. den Fürstenthron bestieg, waren die Staatsfinanzen völlig ruiniert. Anstatt seine Untertanen mit hohen Steuern zu belasten, kam ihm die geniale Idee, einen Spielsalon zu eröffnen. 1861 wird die Societe des Bains de Mer gegründet, die heute außer dem Spielkasino auch den Sporting Club, die Strandanlagen und den Golfclub am Mont Agel leitet. Die Weitsicht des Fürsten sollte ihre Früchte tragen. Der kleine Staat entwickelt sich bald zur Weltmetropole des Glücksspiels, die Einwohnerzahl steigt in knapp 30 Jahren von 3.000 auf 15.000 an, und es fließt so viel Geld in die Staatskassen, dass Charles III. seinen Untertanen totale Steuerfreiheit gewähren kann. Unter seinem Sohn Albert I., einem angesehenen Wissenschaftler der Ozeanographie, erhält das Fürstentum eine neue, auf ein dempkratisches Wahlsystem gegründete Verfassung. Sein Nachfolger, Louis II., läßt die Uferpromenade Larvotto und den Monte Carlo-Beach anlegen. Rainier III. übernimmt im Mai 1949 die Regierungsgeschäfte und heiratet 1956 die amerikanische Schauspielerin Grace Kelly. Monaco erlebte einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung, der sich vor allem im Immobiliensektor niederschlägt. Aufgrund einer überaus nachgiebigen Steuergesetzgebung wandern zahlreiche Firmen in das Fürstentum ab, so dass Frankreich zum eigenen Schutz intervenieren muss. Mit dem, im Mai 1963 unterzeichneten, Steuerabkommen werden die finanziellen Vorteile für Wahlmonegassen empfindlich eingeschränkt. Nach dem Tod von Rainier III. im April 2005 übernimmt sein Sohn das Amt des regierenden Fürsten von Monaco.
Haupteinnahmequelle ist zweifellos der Tourismus. Luxuriöse Ferieneinrichtungen wie der künstliche Strand am Larvotto, der Sporting Club oder die stattlichen Apartmenthäuser am Strand sowie zahlreiche Veranstaltungen sportlicher und kultureller Art (Rallye Monte Carlo, Grand Prix von Monaco, internationale Biennale der Kunst, Filmfestival, usw.) sorgen dafür, dass in Monaco praktisch immer Saison ist.
Unser erster Besichtigungspunkt in Monaco war die ab 1874 erbaute, neuromanische Kathedrale. Zu sehen ist unter anderem die fürstliche Grabkapelle links vom Chor, in der seit 1505 die Repräsentanten der Herrscherfamilie beigesetzt werden. Die beiden letzten Grabstellen gehören Fürst Rainier III. und seiner Gattin Fürstin Gatia Patricia.
Anschließend ging es zum eigentlichen Höhepunkt, dem Fürstenpalast, wo wir der täglich um 11.55 Uhr stattfindenden Zeremonie der Wachablöse beiwohnen durften. Von der Esplanade vor dem Palast genießt man einen wunderschönen Ausblick auf den neueren Stadtteil Monte Carlo mit dem Yachthafen.
Nach einem Mittagessen in der Altstadt von Monaco ging es mit dem Bus über den Start- und Zielbereich der F1-Rennstrecke weiter Richtung Monte Carlo. Mit einem Aufzug erreicht man vom Hafen aus jenen Stadtteil, wo sich der internationale Jet-Set und die Hautevolee aus aller Welt zum Stelldichein treffen. Am Place du Casino trifft man schließlich auf die berühmtesten Gebäude des Fürstentums, das Casino, das Hotel de Paris und das Cafe de Paris. Etwa eine Stunde blieb uns, um das doch sehr mondäne Ambiente aus Geld, Luxus und High Society zu beobachten.
Ein Besuch dieser einzigartigen Welt aus Prunk und Reichtum im Fürstentum Monaco lohnt sich allemal, ein Leben könnten wir uns im Zwergstaat allerdings nicht vorstellen.

 

 


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