MALLORCA (ESP)

 

Die Insel Mallorca war für uns kein Neuland mehr. Bereits zwei Jahre zuvor verbrachten wir eine Woche in einem All-Inclusive-Hotel in der Nähe von Alcudia im Norden der Insel. Damals unternahmen wir einige Tagesausflüge und freundeten uns mit der naturverbundenen Insel an.
Auf unserer Hochzeits-Kreuzfahrt lagen wir nun insgesamt drei Tage im Hafen von Palma.

 

 


Schon in Österreich hatten wir für den ersten Tag auf der Insel - unseren insgesamt 4. Reisetag - ein Fahrzeug gebucht. Die Abholung bei der Autovermietung, knapp eine halbe Stunde von unserem Schiff entfernt, funktionierte hervorragend, und zu unserer Freude bekamen wir dann auch noch einen beinahe neuen Peugeot 308 - zu Hause fahren wir einen 207er.
Für diesen Tag hatten wir uns bereits ein sehr klares erstes Ziel gesetzt - die ganz im Norden gelegene Halbinsel Formentor, an deren nördlichsten Zipfel das Cap de Formentor thront. Zuerst aber mussten wir die fast 20 Kilometer lange Serpentinenstraße mit einem herrlichen Zwischenstop am Aussichtspunkt Mirador de la Creueta bewältigen. Am Ziel angekommen erhebt sich schließlich in atemberaubender Lage, hoch über der schroffen Steilküste der 1860 erbaute Leuchtturm auf dem Cap de Formentor.
Auf dem Rückweg machten wir einen kurzen Halt mit Spaziergang im Stadtzentrum von Pollenca, ehe es weiter zu unserem Hotel ging, wo wir vor zwei Jahren residierten. Zu unserem bedauern hatte sich das 4* Hotel "Playa Garden", am langen Sandstrand Playa de Muro gelegen, in den letzten zwei Jahren von einem deutsprachigen in ein englisches Hotel gewandelt. Dennoch statteten wir der schönen Anlage und dem anschließenden Sandstrand einen kurzen Besuch ab.
Weiter führte unser Tagesausflug etwas westlicher in die historische Stadt Arta, die abseits der Touristenströme ihren ursprünglichen Charakter weitgehend bewahrt hat. Hier, hoch über der Stadt, war die Burg mit dem Wallfahrtsheiligtum Santuari de Sant Salvador unser erster Anlaufpunkt. Über eine breite, von Zypressen gesäumte Freitreppe führte uns der Weg schließlich zur wuchtigen Pfarrkirche Esglesia Transfiguracio del Senyor.
Von Arta aus ging es auf einer abenteuerlichen, teilweise einspurigen Straße zur wenige Kilometer entfernten Einsiedelei Ermita de Betlem. Man sollte schon furcht- und schwindelfrei sein und einige Führerscheinkilometer auf dem Buckel haben, um sich dieser Fahrt auszusetzen. Eine Zypressenallee führt schließlich auf die Kapelle der Einsiedelei zu, die ab 1805 hier entstand. Ein zehnminütiger Spaziergang führte uns noch zur Font de s'Ermita und zur nebenan befindlichen Grotte.
Mit einer über einstündigen Fahrt zurück nach Palma beendeten wir den von Traumwetter begleiteten, wunderschönen Ausflug quer durch die Insel. Insgesamt legten wir 255 Kilometer in neuneinhalb Stunden mit unserem Mietauto zurück.

 

 


Zwischen den beiden Kreuzfahrten - am 8.- und 9. Tag unserer Reise - waren wir erneut in Palma. Dabei nächtigten wir im Hotel Mirador direkt am Hafen. Da wir vor zwei Jahren auch einen Tagesausflug nach Palma unternommen hatten, kannten wir uns in der Altstadt einigermaßen aus. Dies nutzten wir sogleich, indem wir eine achtstündige Stadtbesichtigung zu Fuß unternahmen.
Gleich zu Beginn besuchten wir die Kathedrale - kultureller Höhepunkt jedes Palma-Besuchs -, die von den Mallorquinern "La Seu" genannt wird. Kunsthistoriker sprechen auch von der "Kathedrale des Lichts", denn insbesondere die riesige Fensterrosette im Südosten sorgt mit ihren über 1000 bunten Einzelscheiben für eine ganz eigene Beleuchtung. Mit über 12 m Durchmesser ist sie die größte ihrer Art in allen gotischen Kirchen der Welt.
La Seu gilt als eines der herausragenden gotischen Bauwerke Europas und ist gleichzeitig eine der größten jemals gebauten Kirchen, die 18 000 Menschen Platz bietet.
Entstanden ist die Kathedrale an der Stelle, an der einst eine arabische Moschee gestanden hatte.
Die Geschichte der Kathedrale begann in einer Nacht des Jahres 1229, als Jaime I., der sich damals auf dem Eroberungsfeldzug von Mallorca befand, von einem schrecklichen Unwetter überrascht wurde. Er versprach der hl. Jungfrau, ihr zu Ehren eine Kirche zu erbauen, falls es ihm gelingen sollte, diesen fürchterlichen Sturm zu überleben. Nachdem der König das gefährliche Abenteuer heil überstanden hatte, verlor er keine Zeit und ordnete den sofortigen Beginn der Bauarbeiten an. Die Kathedrale, mit deren Bau man im Jahre 1230 begann, wurde erst 1601 fertiggestellt.
Ab 1902 renovierte im Auftrag des Bischofs der Meister des katalanischen Jugendstils - Antoni Gaudi - die Kathedrale. Er fühte die Elektrizität ein und schuf den Baldachin über dem Hauptaltar.
Desweiteren klapperten wir sämtliche Plätze der Stadt - wie den Placa Cort, Placa Coll, Placa Mayor und Placa de la Reina - während unserer Besichtigungstour ab. Dabei durfte natürlich auch ein Abstecher im Mercat de L'Olivar - dem Hauptmarkt der Stadt - nicht fehlen. Das Abendessen genossen wir dann auf unserem Rückweg zum Hotel ganz exquisit im nicht gerade günstigen Hard Rock Cafe an der Hafenpromenade. Die Portionen und Qualität der Speisen stimmten allerdings auch mit dem Preis überein.
Nach einer beinahe schlaflosen Nacht wegen des hohen Lärmpegels rings um das Hotel, starteten wir am späten Vormittag mit einem Hop On - Hop Off-Bus eine Tour quer durch die Stadt. Etwa eineinhalb Stunden dauert dabei eine komplette Runde. Während der zweiten Schleife machten wir dann Halt beim Castell de Bellver - auf einem 113 m hohen Hügel gelegen - und besichtigten dieses. Dabei bot sich uns ein herrlicher Blick über die Hauptstadt der Baleareninsel sowie deren Hafen mit unserer AIDAbella - dem Schiff für die nächsten acht Tage. Mit ihrem kreisrunden Grundriss ist die Burg nicht nur einzigartig in Spanien, sondern in ganz Europa. Im Inneren zeigt sich die Burg palastartig, mit zweigeschossigen Arkadengängen um einen geräumigen Innenhof. König Jaume II. gab die stolze Burg um 1300 in Auftrag, 1315 ließ sie sein Nachfolger Sanxo fertig stellen. Kreuzritterburgen im Vorderen Orient (Syrien, Irak) scheinen als Vorbild gedient zu haben. Die Burg war als Sommerresidenz für die Königsfamilie geplant, genutzt wurde sie aber nur selten. Ab 1717 diente die Burg als Militärgefängnis. Seit 1931 ist sie im Besitz der Stadt Palma. Im Erdgeschoss befindet sich das Stadthistorische Museum, im oberen Stockwerk sind der Thronsaal, der Königinnensaal und die Burgkapellle.
Am Nachmittag verließen wir dann wieder die Inselhauptstadt in Richtung Hafen und AIDAbella. Es war ein Wiedersehen mit einer "alten Bekannten", das sehr viel Freude bereitete und auch einiges Neuses für uns zu bieten hatte.

 

 


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